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StartBlogSpeisekarte gestalten: 7 Fehler, die Gastronomen Umsatz kosten
Print & Gastronomie

Speisekarte gestalten: 7 Fehler, die Gastronomen Umsatz kosten

Die Speisekarte ist das meistgelesene Werbemittel deines Restaurants. Diese sieben Gestaltungsfehler sehen wir immer wieder – und so vermeidest du sie.

18. August 20263 Min. Lesezeitvon Modesign

Deine Speisekarte wird von jedem einzelnen Gast gelesen. Kein Flyer, keine Anzeige und kein Social-Media-Beitrag erreicht diese Quote. Trotzdem ist sie in vielen Betrieben das Werbemittel, in das am wenigsten Gedanken fließen.

Aus unserer Arbeit mit Gastronomiebetrieben in Trier und der Region sehen wir sieben Fehler immer wieder.

1. Zu viele Gerichte

Eine Karte mit 120 Positionen wirkt großzügig, führt aber zu Entscheidungsstress. Gäste bestellen dann das, was sie kennen – selten das, woran du am besten verdienst.

Kürzen fällt schwer, wirkt aber doppelt: weniger Wareneinsatz, weniger Verderb, schnellere Küche. Als Orientierung: fünf bis sieben Gerichte pro Kategorie sind gut überschaubar.

2. Die Preisspalte

Der Klassiker. Alle Preise rechtsbündig untereinander ergeben eine Spalte, die man von oben nach unten liest – und dabei automatisch den günstigsten Posten sucht. Das Gericht wird zur Nebensache.

Setze den Preis stattdessen direkt hinter die Beschreibung, ohne Punktlinie, im selben Schriftschnitt wie der Text. Der Gast entscheidet dann nach Appetit, nicht nach Tabelle.

3. Währungssymbole und Nachkommastellen

12,00 € liest sich teurer als 12. Das klingt nach Kleinigkeit, ist aber gut untersucht: Je stärker der Preis als Geldbetrag markiert ist, desto bewusster wird er wahrgenommen.

Wenn es zum Betrieb passt, reicht die reine Zahl – mit einem Hinweis „Alle Preise in Euro inkl. MwSt." im Fuß der Karte.

Prüfe vorher, ob das zu deinem Haus passt. In einem Familienbetrieb mit Stammgästen kann die schlichte Zahl distanziert wirken.

4. Schrift zu klein für das Licht im Raum

Speisekarten werden am Schreibtisch gestaltet und im Restaurant gelesen – oft bei gedämpftem Licht, oft von Gästen über 50. Was auf dem Monitor elegant aussieht, ist am Tisch mühsam.

Praxisregel: mindestens 10 Punkt für Beschreibungen, 12 für Gerichtnamen. Und: Karte ausdrucken, an einen Tisch setzen, abends lesen. Dieser Test dauert fünf Minuten und ersetzt jede Diskussion.

5. Keine Lenkung

Auf jeder Seite darf es einen Punkt geben, an dem das Auge zuerst landet. Ohne Lenkung wandert der Blick beliebig. Mit Lenkung schaust du, wohin du willst.

Mittel dafür:

Ein Hinweis: Sparsam einsetzen. Wenn alles hervorgehoben ist, ist nichts hervorgehoben.

6. Beschreibungen, die nichts beschreiben

„Hähnchenbrust mit Beilage" verkauft nichts. Sinnvoll sind Herkunft, Zubereitung und ein bis zwei sinnliche Details – ohne ins Blumige zu kippen.

Statt: Rindergeschnetzeltes mit Reis Besser: Rindergeschnetzeltes in Rahmsauce, dazu Basmatireis und gerösteter Mandelsplitter

Zwei Zeilen genügen. Wird es länger, liest es niemand.

7. Pflichtangaben nachträglich hineingequetscht

Allergene und Zusatzstoffe sind vorgeschrieben. Werden sie erst am Ende eingefügt, zerstören sie das Layout – kleine Ziffern zwischen den Zeilen, ein unleserlicher Block auf der letzten Seite.

Plane sie von Anfang an ein: als konsequentes Ziffernsystem mit einer sauber gesetzten Legende. Das ist keine Designfrage, sondern eine Strukturfrage.

Gedruckt, digital oder QR-Code?

Nach den Jahren mit QR-Karten hat sich ein pragmatisches Bild eingestellt:

VarianteStärkeSchwäche
GedrucktWertigkeit, kein Handy nötig, für alle lesbarÄnderungen kosten Zeit und Geld
QR-KarteSofort änderbar, günstigWirkt beliebig, schlecht für ältere Gäste
KombinationKleine gedruckte Karte, Tageskarte digitalZwei Systeme pflegen

Für die meisten Betriebe funktioniert die Kombination am besten: Eine hochwertige gedruckte Basiskarte, die selten wechselt – und eine digitale Tages- oder Wochenkarte.

Der Fünf-Minuten-Test

Bevor du in den Druck gehst:

  1. Karte in Originalgröße ausdrucken
  2. An einen Tisch im eigenen Restaurant setzen, abends
  3. Jemanden aus dem Umfeld bitten, ohne Hilfe ein Gericht auszuwählen
  4. Beobachten, wo die Augen zuerst hängen bleiben
  5. Fragen, was unklar war

Wenn dabei drei Punkte auffallen, hast du drei Punkte gespart, die sonst tausendfach gedruckt worden wären.

Fazit

Eine gute Speisekarte ist kein Deko-Objekt, sondern ein Verkaufsinstrument, das jeder Gast in die Hand nimmt. Kürzere Auswahl, klare Führung, lesbare Schrift und ehrlich beschriebene Gerichte wirken oft stärker als jede Werbekampagne – und kosten einmalig statt monatlich.

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